Martin-Luther-Kirche

     


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Evang. Kirchengemeinde Sillenbuch

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Gemeindebrief


Aus der Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Sillenbuch

Die Gemeinde wird selbständig...

Mitte des 14. Jahrhunderts gehören Rohracker und Sillenbuch zur Kirche in Wangen, 1447 wird Rohracker selbständige Kirchengemeinde mit Sillenbuch als Filialgemeinde. Erst am 1. Oktober 1931 wird die Kirchengemeinde Sillenbuch mit ca. 1200 Gemeindegliedern selbständig; eine persönliche Betreuung von Rohracker aus war schwierig geworden. Der Gottesdienst findet ab Sommer 1931 im Saal der Hahnschen Gemeinschaft IN DER WERRE statt.

...und bekommt eine Kirche

Anfang 1932 erhält der Architekt E. Weippert den Auftrag für den Bau einer Saalkirche mit abschließbarem Altarraum und einer auch als Saal verwendbaren Empore mit 80 Sitzplätzen. Zu ihr soll eine Schwesternwohnung und ein ungefähr 22 m hohem Turm gehören. Am 6. Dezember wird der Grundstein gelegt, am 24. September 1933 wird die Martin-Luther-Kirche feierlich eingeweiht. Auf der Wand hinter dem Altar war ein farbiges Gemälde zu sehen, der Heilige Geist als Taube vor einem bunten Himmel. Neben der Kanzel befand sich ein Gemälde von Karl Bauer mit dem auferstandenen Christus mit Siegesfahne. Das Weihnachtsfenster zwischen Chorraum und Sakristei hat Ernst Graeser entworfen.

Die Zeit im Dritten Reich


Im Dritten Reich müssen bei festlichen Anlässen in Kirche und Staat neben der Kirchenfahne auch die Reichs- und die Hakenkreuzfahne gehisst werden. Im Untergeschoss der Kirche ist ein städtischer Kindergarten untergebracht. Es kommt zu Konflikten, als die Stadt weiter Räume in Beschlag nehmen will, die für die Gemeindehelferin und die Kirchenpflege, für den Konfirmandenunterricht, Bibelstunden und Chorproben gebraucht werden. Erst nach Kriegsende kann die Kirche einen eigenen Kindergarten unterhalten. Man kann verhindern, dass im Kirchsaal politische Ansprachen gehalten werden.

Die Kirchengemeinde stärkt 1934 Landesbischof Wurm mit einer Unterschriftenaktion den Rücken, ein Kirchengemeinderat legt sein Amt nieder, weil er nicht in einer Bekenntniskirche Mitarbeiter sein will. 1940 müssen die Glocken abgegeben werden, 1943 bekommt die Kirche einen Tarnanstrich. Die Kirche und das Pfarrhaus bleiben bei den Luftangriffen nahezu unbeschädigt. 1944 versteckt Pfarrer Harr das jüdische Ehepaar Krakauer für einige Zeit im Pfarrhaus.

Nachkriegszeit

Die katholische Kirchengemeinde, die für ihre 400-500 Mitglieder noch kein Kirchengebäude hat, darf die Kirche mit benutzen, auch lettische Vertriebene halten ihre Gottesdienste dort ab. 1949 können drei neue Glocken eingebaut werden. Riedenberg wird von Sillenbuch aus mit betreut.

Die Kirche wird renoviert

1950 werden die Fenster im Chor von Gerhard und Gisela Dreher neu gestaltet. 1962 wird die Orgel, die auf dem Podium gegenüber dem Chor stand, entfernt und eine neue zwischen Chorraum und Sakristei aufgestellt. Im Rahmen der Renovierung werden das Auferstehungsbild neben der Kanzel und das Heilig-Geist-Bild hinter dem Altar übertüncht. 1988 wird diese Orgel verkauft und eine neue links neben der Eingangstür aufgestellt. Der Taufstein wird an die Stelle der alten Orgel gesetzt. Das Weihnachtsfenster kann wieder eingebaut werden. Eine neue Bestuhlung wird angeschafft. Am 4.12.1988 findet die feierliche Einweihung statt.

 

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